Das we minder Konzept

Die Entwicklungspsychologie geht davon

aus, dass unsere Kinder bereits als

soziale Wesen mit schützenswerten

Bedürfnissen auf die Welt kommen,

mit Prägungen und Erfahrungen. Sie

werden uns also nicht als tabula rasa zur

willkürlichen Gestaltung übergeben, wie

man lange Zeit annahm.Genauso gehen

auch Mama und Papa mit einem

Erfahrungsschatz (und vielleicht manchmal

auch mit Erfahrungslast), Wünschen und

Bedürfnissen in die Eltern-Kind-Beziehung-  

unser Verhalten ist dadurch gewissermaßen

determiniert. Doch in welchem Umfang wir uns

dieses Determinismus hingeben, ist uns und

unserem Verantwortungsgefühl überlassen (#niemandhatgesagtdasseseinfachist): wir dürfen selbst entscheiden, welche Mama / welcher Papa wir sein wollen. Der erste Schritt hin zu dieser Freiheit ist, die Ursachen unseres Verhaltens zu hinterfragen. 

 

Wieso verhalten wir uns als Eltern, wie wir uns verhalten?

Zur Ursachenklärung kommt einerseits die die "Macht der Gewohnheit" in Frage: Neuronale Bahnen, die immer und immer wieder genutzt werden und von denen nur schwerlich abgelassen werden kann. Sogenannte festgefahrene Verhaltensweisen sind tatsächlich festgeschriebene Handlungsblaupausen des menschlichen Hirns-  sie ermöglichen Effizienz.

Andererseits kennt wohl jeder von uns Situationen, die uns innerhalb von Bruchteilen einer Sekunde  vom Erwachsenen zu einem völlig impulsiv reagierendem Wutknäuel verändern. Ein aufstampfender Fuß, runtergeworfenes Essen, ein Kind, dass im Straßenverkehr nicht hört- dies sind nur wenige Beispiele für Trigger. Es sind Situationen, in denen wir nicht den Hauch einer Chance haben, besonnen zu agieren - sondern rasend reagieren und vielleicht Dinge sagen oder tun, die wir später nächtelang bereuen. Wir empfinden rasende Wut, vielleicht dumpfen Schmerz, und es ist an der Zeit, hinzusehen und zu erkennen, dass unsere Kinder nicht die Ursache für unsere Empfindungen sind- lediglich der Auslöser. Die Ursache und damit die Verantwortung für unsere Gefühle liegt in uns. 

 

Malin, unsere beratende Kinder- und Jugendpsychotherapeutin (Master of Health und Psychotherapeutin in Ausbildung) schreibt dazu:

"Schauen wir uns das limbische System an: Es ist ein System mit verschiedenen Komponenten, welche die Erinnerungen, Ängste, etc. koordinieren; es reguliert unser Affekt- und Triebverhalten. Alle eingehenden Informationen werden hier in körperliche und emotionale Reaktionen umgewandelt. Erinnerungen, Ängste und Handlungsabläufe aus dem eigenen Leben sind hier gespeichert. In stressigen Situationen greifen wir immer wieder auf diese Erfahrungen zurück, auch, wenn sie vielleicht für die aktuelle Situation nicht adäquat sind. Im Extremfall handelt es sich eventuell auch um Hinweisreize, sogenannte Trigger: diese sind Ursache für Verhaltensweisen, die nicht aus der aktuellen Situation initiiert werden, sondern aufgrund einer traumatischen Erinnerung. So könnte es sein, dass wir über einen heruntergefallenen Teller so erschrocken sind, dass wir unserem Kind nicht beim Aufkehren helfen, sondern es beschimpfen, bestrafen oder Schuld zuweisen. Eigentlich ist es ja „nur“ ein Teller, diesen kann man ersetzen- doch in unserem limbischen System verankerte Trigger, sei es das Geräusch des zerbrechenden Tellers, der kaputte Teller oder ähnliches, lassen uns wider besseren Wissens handeln.

Auch unsere sich immer wieder wiederholenden Verhaltensmuster tragen nicht gerade dazu bei, dass wir spontan etwas verändern können. Vielleicht haben wir schon jahrelang so reagiert, vielleicht ist es ein bereits erlerntes Verhalten?! Der erste Schritt ist, zu hinterfragen, warum wir anderes reagieren, wie wir es uns selbst von uns wünschen, oder wie wir es vielleicht bei Freunden oder auf dem Spielplatz beobachtet haben. Wer kennt das nicht, wenn man sich dabei erwischt, wie man sich darüber ärgert, dass die Schuhe der Kinder jetzt nass sind, ohne dass man ein weiteres Paar zur Verfügung hat. Wir denken an Erkältungen, an die vermeintliche Unvernunft der Kinder oder ärgern uns gar darüber, dass wir ihnen keine Hochsicherheitsschuhe verpasst haben… Vielleicht sehen wir auch wie eine andere Bezugsperson mit dem Kind lacht und sagt:“ oh wie gut, dass Barfuß laufen auch schön ist und weißt du was, damit du nicht alleine bist, laufe ich jetzt auch ohne Schuhe herum…“. Wir denken uns „Warum schaffe ich das nicht?“ oder „So gelassen wäre ich auch gerne“" 

Das we-minder Konzept

Aus eigener Erfahrung heraus wissen wir: Es ist nicht immer leicht, die Mama (der Papa) zu sein, die (der) wir wirklich sein wollen. Da sind Wäscheberge und Wutanfälle, Arzttermine und Anziehwünsche, Hausaufgaben und Handstandüben, Geld verdienen, Geduld verlieren -  und nebenbei findet das Leben statt. Manches Mal missachten wir das Geschenk des Elternseins zugunsten erledigter to-do Listen und einer angezogenen Jacke. Im Takt des Alltags tickt unser Kopf in Richtung morgen, wer heute bummelt, wird immer zu spät kommen. Unser Plan, denn es muss ja sein. 

Oder doch nicht? Wie schön es wäre, würden wir es öfter schaffen, mit unserem Kind im gleichen Takt zu tanzen, statt im Stechschritt vorauszugehen! Wir wollen als Mamas und Papas unser Bestes geben und oft gelingt uns das. Nur hin und wieder saugt der Alltag unsere Kraftreserven leer, vom Sein gelangen wir ins Machen und das Wir weicht einem Ich. In der Komplexität heutigen Elternseins erfordert Achtsamkeit eine bewusste Entscheidung.

Diese Bewusstwerdung ist der erste Schritt hin zur Freiheit, Verhaltensweisen anzunehmen und zu verändern. Im Stakkato des Elternseins  erfordert dies jede Menge Kraft ( und manchmal auch kleine Erinnerungsstützen).

Doch wer hat gesagt, dass wir das alleine schaffen müssen?

Wir dürfen uns helfen lassen - auf dem Weg, unsere eigenen Bedürfnisse zu wahren und dabei wertschätzend jene unserer Kinder zu erkennen. Daher basiert das we-mind.me Konzept auch auf einer achtsamen Beziehung zu sich selbst. "mind me", dürfen auch wir zu uns selbst sagen. Denn sind unsere Bedürfnisse zumindest zu einem guten Teil erfüllt, fällt es uns viel leichter, in Beziehung zu unserem Kind zu gehen und seine Wünsche zu achten. Und: unsere Kinder spüren, wie wir mit uns selbst umgehen. Irgendwann würden auch sie beginnen, sich selbst zu kritisieren und unachtsam zu sich zu sein, wenn wir ihnen das so vorleben. Der Slogan "walk or talk" erinnert daran: Unsere Kinder tun, was wir selbst vorleben- nicht, was wir ihnen sagen. Im besten Fall ist beides deckungsgleich, unser Handeln und das, was wir kommunizieren.

 "mind me", sagt auch das Kind zu uns als Mama/Papa, und wir wollen Dir helfen, dies auch hinter originellen Ausdrucksweisen zu suchen. 

Wir sind überzeugt: ein gemeinsam gefundener Weg ist für uns Eltern und unsere Kindern die wertvollste Erfahrung. We-mind.me unterstützt Euch dabei. 

Malin:

"Die gute Nachricht ist, Sie können das sein, wenn Sie es wollen! 

Der erste Schritt ist die Achtsamkeit. Wir können Achtsamkeitsübungen machen: wir beobachten dabei die Signale unseres Körpers (Herzschlag, Atmung, Körperhaltung und dessen Anspannung). Wir können uns bewusst machen wie wir gerade fühlen, was mit uns los ist. Ebenso ist es von hoher Bedeutsamkeit, unsere Kinder achtsam zu betrachten. Wir nehmen uns bewusst Zeit die schönen Momente zu sehen, achten auf diese, beobachten diese und speichern sie ab. Nicht nur durch ein Foto, sondern als gespeichertes  Gefühl in unserer Erinnerung, als „inneres Foto“ - dieses können nur wir selbst durch Achtsamkeit sehen! Wir sind immer wieder begeistert, wie „heilsam“ so eine bewusste Aufmerksamkeit sein kann. 

Es wäre doch also schön unser Verhalten einfach zu ändern. Warum geht das aber nicht so einfach wie z.B. die Entscheidung was ich heute anziehen möchte oder ob ich heute noch Sport machen möchte oder nicht und selbst das fällt uns manchmal schwer! Das hat mit dem Stress zu tun, dem wir in manchen Situationen ausgesetzt sind. In nicht stressigen Situationen können wir uns einfach sagen, was wir es beim nächsten Mal besser machen möchten, dass wir uns mehr Zeit nehmen werden für das vorliegende Problem, doch wenn dann der stressige Moment da ist und unsere Kinder sich anders verhalten, wie wir es uns gerade wünschen, dann schalten wir unser „Notprogramm“ an. Das geht völlig automatisch. Wir benötigen also einen Hinweis, der uns daran erinnert, dass gar keine Gefahr besteht, sondern es sich lediglich um eine Situation handelt, die uns nicht passt oder ungelegen kommt. Sicherlich hat jeder schon mindestens einmal erfahren, wie es sich anfühlt wenn man im Nachhinein betrachtet unangemessen reagiert hat…!? Hat sich Ihre Situation durch Ihr „unerwünschtes Verhalten“ verbessert oder verschlechtert? Wir gehen davon aus, dass es sich kurzfristig subjektiv vielleicht verbessert hat, da Sie ihre Wut, Ihre Unsicherheit oder Ihre Ohnmacht Luft machen konnten (z.B. durch das Schreien, Poltern, etc.) was aber passiert langfristig? Ihre Kinder sind erschrocken, verärgert oder Weinen. Dies ist in stressigen Situationen alles andere als hilfreich, denn man hat eine Aufgabe mehr: das Kind zu trösten und selber wieder zu entspannen. 

Wie verändere ich nun mein Verhalten? 

Es ist für unser Gehirn leichter ein neues Verhalten zu erlernen, als sich altes Verhalten abzugewöhnen. Und deshalb wird Ihnen der >we-minder< helfen! Wir können mühsam versuchen unsere Gewohnheiten zu verändern, einigen kann dies gelingen, es erfordert aber sehr viel Durchhaltevermögen und Energie (die uns in unserem Alltag oft fehlt) und deshalb schenken wir uns einen kleinen Helfer (den we-minder) damit wir unsere neu erlernten Reaktionen in stressigen Situationen besser anwenden können! "