• Nina

unplug&play

Du sitzt gerade am PC oder am Handy? Prima! Dann halte kurz inne und spüre geschwind, wie es Dir jetzt im Moment geht.


UNPLUG

Vielleicht geht es Dir grandios, du kommst toll voran mit Deinem Plan oder Du genießt wertvollen Input.

Vielleicht geht es Dir aber auch so, wie vielen vielen anderen Eltern, die digital arbeiten oder aus anderen Gründen viel Zeit vor einem Bildschirm verbringen: Deine Atmung wird flach, der Nacken steif, deine Augen blicken starr und die Beine sind angespannt überkreuzt.

Ich fühle mich dann schlapp und energielos, unschön und bin gedanklich sonst wo, nur nicht im Hier und Jetzt.

In einem solchen Zustand ist es mir kaum möglich, aus dem Gedankenkarussell aus- und auf Achtsamkeit umzusteigen. Ich brauche Hilfe, um anzuhalten. Jemanden, der mein Karussell stoppt und sagt; hej, kurz frische Luft, innehalten und neustarten. Unplug mitten im Alltag, bevor ich in die nächste Runde starte, eine Runde Uno zum Beispiel.

Ich habe nun diesen jemand, der mich erinnert, diesen personifizierten Spickzettel, der ständig vor meinen Augen auf und ab hüpft und auf dessen Schulter zu lesen ist: unplug & play. Mein Kind ist mein schönster reminder und gleichzeitig der beste Grund, den dann auch umzusetzen.

Unplug ist für uns Eltern der erste Schritt, um uns wieder zu fühlen und zu sehen, welche needs* wir gerade haben. Dabei ist es vollkommen gleich, ob wir uns aus der digitalen Welt aktiv verabschieden oder ob wir das Stakkato des Alltages unterbrechen um wieder bewusst zu tanzen.



PLAY

Nochmal zurück zu Deinem Gefühl von oben: war da eines? Okay. Nichts da? Auch okay. Jedes Gefühl darf sein, nichts zu fühlen ist ebenso wichtig zu sehen.

Vielleicht möchtest Du deine Empfindungen von oben nochmal so richtig ernst nehmen. Der Nacken der gern massiert werden möchte, die Beine, die lieber tanzen würden und die Augen, die sich kurz schließen und Träume sehen wollen. Es sind Deine Wünsche und du darfst sie Dir erfüllen, so gut es eben geht. Es ist das Spiel deines Tages, Dir all das zuzugestehen.

Und mit Spiel meine ich mehr als die zwölfundachtzigsiebenhundertzehn Runden Uno.

Erwachsene sprechen eher von Flow, im Grunde ist es aber das gleiche Gefühl: man ist präsent, in Kohärenz und vieles scheint möglich, man traut sich groß zu träumen. Wie Kinder, wenn sie im Spiel sind: Der Boden ist für sie dann tatsächlich glühend heiß wie Lava, oder der Teppich ein reisender Fluss voll hungriger Krokodile. Es ist dann einfach so. Sie spielen sich reich, sie spielen sich arm, sie spielen sich krank und sie spielen sich heilend- weil es geht. Und das ist genial. So richtig gesund, denn dieses Flow-Gefühl harmonisiert den Körper: Atem, Herzschlag, Sympathikus und Parasympathikus, sogar Endorphine werden freigesetzt. All das hält uns jung und gesund. Mit Schillers Worten:


"Menschen hören nicht auf zu spielen, weil sie alt werden, sie werden alt, weil sie aufhören zu spielen!"


Kurz und knapp erinnert unplug & play mich: Hej, halt kurz inne, steig ab von Deinem Gedankenkarussell und tauche ein ins Hier. Fühl kurz hin, was ist und erlaube Dir dann, deinen Tag zum Spiel zu machen, und damit alle zum Sieger.


Vielleicht bedeutet unplug & play für Dich etwas anderes, vielleicht beziehst du es mehr auf Deine Kinder, denen du dann bewusst mehr Freiraum schenken möchtest. Und ganz vielleicht möchtest Du uns alle an Deinen Gedanken teilhaben lassen?!


Welchen we-minder sollen wir alles nächste vorstellen?

Schreib gerne in die Kommentare!


* wir verwenden den Begriff needs, um den oft einseitig konnotierten Bedürfnis-Begriff zu erweitern: needs erscheinen weitaus neutraler als die meist lediglich auf Kinder gemünzten Bedürfnisse. Wir alle haben basic needs wie Nahrung, emotionale Verbundenheit, Sicherhheit etc, und darüber hinausgehende, "additional", needs und Familie ist dann schön, wenn viele needs gesehen werden.


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